Paulskirche: Merkel-Kritiker ausgezeichnet für das Brandmarken von politischer Gedankenlosigkeit – Hessenschau

Paulskirche:  Merkel-Kritiker ausgezeichnet für das Brandmarken von politischer Gedankenlosigkeit

Ludwig-Börne-Preis: Merkel-Kritiker Safranski ausgezeichnet – Hessenschau

Der Schriftsteller Rüdiger Safranski hat in der Frankfurter Paulskirche den Ludwig-Börne-Preis erhalten. Er bekam den Preis für seine kritischen Worte zur Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Merkel.

Safranski scheue sich nicht, sich in aktuelle politische Diskussionen in Deutschland einzumischen, begründete der Preisrichter, Schauspieler Christian Berkel, die Wahl. Safranski hatte im Herbst 2015 die Öffnung der deutschen Grenze für Hunderttausende Flüchtlinge und Migranten durch die Bundesregierung scharf kritisiert. Er warf der Politik „Gedankenlosigkeit“ hinsichtlich der Probleme der Zuwanderung vor.

Der Tageszeitung „Die Welt“ sagte er etwa im Jahr 2015: „Die Politik hat die Entscheidung getroffen, Deutschland zu fluten“. Darüber hinaus kritisierte Safranski, merkobamadass die Politik in Deutschland nicht deutlich klarstelle, in welche politische Kultur sich Zuwanderer eingliedern und welche Werte sie akzeptieren müssten.

„Die Motive der Willkommenskultur hinterfragt“

Man habe ihn deswegen in die Nähe der AfD gerückt und als Nazi beschimpft, sagte Berkel. Dabei habe Safranski lediglich „die Motive der Willkommenskultur hinterfragt“.

Die seit 1993 vergebene Lufwig-Börne-Preis gehört zu den renommiertesten Preisen für Essays, Kritik und Reportagen im deutschen Sprachraum. Er ist nach dem Publizisten Ludwig Börne (1786-1837) benannt und mit 20.000 Euro dotiert.

„Den Gegenwind der politischen Klasse, die seine Meinungen und Analysen mitunter als störend empfindet, erträgt Safranski gelassen“, sagte Berkel. Seine Essays beschrieben den Konflikt der deutschen Seele zwischen innerer Realität und äußerer Wirklichkeit, von der Romantik bis heute auf hohem sprachlichen Niveau in der Tradition Ludwig Börnes.

Der in Rottweil (Württemberg) geborene Safranski studierte in Frankfurt und in Berlin Philosophie, Germanistik und Geschichte. Er schrieb Biografien über Goethe, E.T.A. Hoffmann, Heidegger, Nietzsche und Schiller, Bücher über menschliche Grundfragen wie über das Böse und die Wahrheit oder die Zeit. Seine Werke wurden mehrfach ausgezeichnet und in rund 30 Sprachen übersetzt. Von 2002 bis 2012 moderierte er zusammen mit Peter Sloterdijk das Philosophische Quartett im ZDF.

Sendung: hessenschau, 28. Mai 2017, 19.30 Uhr

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