BER: Berliner Bundespolitik torpediert den Fortschritt am Willy Bandt airport

BER: Berliner Bundespolitik torpediert den Fortschritt am Willy Bandt airport

Ruf des Willy-Brandt Airports wird weiterhin ruiniert. Kein Vergleich zum Kennedy- und DeGaulle airport erwünscht. Auskünfte erteilt der evangelikale Sachverständige „Brandt-Schutz“-Experte Beckstein.

Baustelle BER: Es geht sogar voran – doch die Politik torpediert den Fortschritt – Berlin – Tagesspiegel.

Im Chaos um den BER droht als nächster Streitpunkt die notwendige Erweiterung des Flughafens. Mit der Planung müsste jetzt begonnen werden. Aber Berlin spielt mit Ungeschick den Gegnern in die Hände. Ein Kommentar. …..

Der Aufsichtsrat, der am heutigen Freitag tagt, bekommt noch immer keinen Vorsitzenden, obwohl die Wahl auf der Tagesordnung stand – der Senat hat keine neuen Mitglieder benannt. Die Gesellschafter spielen ungeniert ihre verschiedenen Interessen gegeneinander aus und sind kaum in der Lage, sich auf gemeinsame Ziele zu verständigen.  …..

Der Bund und Brandenburg haben kein großes Interesse an der Erweiterung

Nächster Streitpunkt – die Erweiterung. Der Flughafen ist so, wie er jetzt konzipiert und berechnet ist, bereits am Eröffnungstag zu klein, so weit sind sich alle einig. Um die Überlastung und ein Ausweichen des Flugverkehrs beispielsweise nach Leipzig zu vermeiden, müsste mit der konkreten Planung – und der Finanzierung derselben – jetzt begonnen werden. Aber zwei der Gesellschafter haben daran aus unterschiedlichen Gründen kein großes Interesse: Der Bund hat auch das Wohl anderer Flughafenstandorte im Blick, zum Beispiel Münchens, der Heimat des Verkehrsministers; Brandenburg wiederum ist sowieso alles zu laut.

Und Berlin? Spielt den beiden anderen mit Ungeschick in die Hände. Wer, wie Michael Müller, gegen „ständige Veränderungen“ als grundlegendes Übel wettert (die, davon abgesehen, überwiegend die Politik veranlasst hatte), anstatt die Liebäugelei seiner Kollegen mit Leipzig als „zweitem Hauptstadtflughafen“ platzen zu lassen, der zementiert den Status des BER als künftiger Regionalflughafen. Was alle drei dabei verschweigen: Bei der EU sind längst zusätzliche 2,2 Milliarden staatliche Beihilfen zur Genehmigung angemeldet worden – exakt je zur Hälfte für die dann offenbar doch nicht so „abenteuerlich“ berechnete Fertigstellung und die tatsächlich torpedierte Erweiterung. So gesehen ist der Aufsichtsrat wahrlich paritätisch besetzt: Die Scheinheiligkeit hat auf allen Seiten ihre je eigene Mehrheit.

Das alles passiert zu einer Zeit, da es auf der Baustelle selbst nachweisbar endlich vorangeht. Es wäre fatal, würde die Politik das jetzt für einen kleinen persönlichen Höhenflug wieder riskieren.