„Verantwortung für Deutschland“: Krieg um die Köpfe | Telepolis

„Verantwortung für Deutschland“: Krieg um die Köpfe

Krieg um die Köpfe | Telepolis.

Der Psychologe Klaus-Jürgen Bruder über die Mechanismen und die Kritik an der ideologischen Mobilmachung

Deutschland rüstet nicht nur im Äußeren auf – auch im Innern vollzieht sich eine Entwicklung gen Militarisierung des Zivilen, des Denkens, Handelns und der Bildung etwa – eine ideologische Mobilmachung also, die auf die Erhöhung der Kriegsbereitschaft der Deutschen zielt. Auf dem Kongress mit dem Titel „Krieg um die Köpfe: Der Diskurs der Verantwortungsübernahme“, der vom 5. bis 8. März in Berlin stattfindet, wollen Psychologinnen und Psychologen die Einstimmung der Bevölkerung auf die scheinbare Notwendigkeit und Unausweichlichkeit der Beteiligung an Kriegen analysieren und kritisieren.

  • Wir sind gegen eine Therapie traumatisierter Soldaten mit dem Ziel, sie so schnell wie möglich wieder an die Front zu schicken
  • Der mediale Diskurs ist das Bindeglied zwischen denen, die etwas mit uns machen, und uns
  • „Instrumentalisierung“ von „Auschwitz“, um die Zustimmung der Bevölkerung zu erreichen
  • Pegida ist keineswegs ein Haufen von Faschisten, sondern das folgelogische Ergebnis kriegstreibender Politik

(…)

Klaus-Jürgen Bruder: Nein, Pegida sind eben keine Springer-Stiefel-Faschos, sie sind „Bürger aus der Mitte der Gesellschaft“, wie die Welt- und andere Journalisten, die über diese dann berichten, übrigens ebenfalls. Und, mal ehrlich: Letztere fühlen sich durch die Titulierung ihrer Arbeitgeber als „Lügenpresse“ nun doch vor allem deswegen so getroffen, weil sie genau wissen, dass sie ebendies tun: die Bevölkerung belügen, an der Nase herumführen und sie für dumm verkaufen.

Mit der Herstellung der Nähe zu den Nazis und der damit verbundenen Stigmatisierung wollen sich „die Oberen“ hier schlicht die lästige Kritik vom Halse schaffen. Dabei greifen die Pegidas allerdings auf nichts anderes zurück und spitzen es nur zu, als das, was die Presse ihnen seit vielen Jahren bereits vorgekaut hat. So unter anderem explizit auf die durch Clark und Münkler angestoßene und argumentativ unterfütterte Debatte um die so genannte „Kriegsschuld“ bzw. die Leugnung derselben, in erster Linie also die Ignoranz gegenüber der Mitverantwortung des deutschen Militarismus für die europäische Geschichte und Vergangenheit.  …….

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