Laizismus: So wahr mir Gott helfe | DIE ZEIT

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Das Verhältnis von Staat und Religion ist von Land zu Land unterschiedlich. Erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen aus dem Ausland.

Obwohl es in Deutschland laut Grundgesetz keine Staatsreligion gibt, werden Katholiken und Protestanten de facto gegenüber anderen Glaubensgemeinschaften privilegiert. Immer wieder wird das heftig kritisiert. So auch von dem Schriftsteller Simon Urban, der einen radikalen Laizismus fordert, also eine strikte Neutralität des Staates in Fragen der Glaubensausübung.

Laizismus: So wahr mir Gott helfeUS-Präsident Obama schwört im Januar 2013 den Amtseid auf zwei Bibeln – eine gehörte Abraham Lincoln, die andere Martin Luther King. Die lila behandschuhte Hand unter den Bibeln gehört, natürlich, Michelle Obama.  |  © Jewel Samad/Getty Images

Das Verhältnis von Staat und Religion ist von Land zu Land ganz unterschiedlich geregelt. In Frankreich beispielsweise wurde das Prinzip der Laizität schon 1905 in der Verfassung festgeschrieben. Deshalb dürfen dort muslimische Lehrerinnen und Schülerinnen an staatlichen Schulen auch keine Kopftücher tragen. In Israel hingegen gibt es keine standesamtlichen Trauungen, Braut und Bräutigam müssen also derselben Religion angehören, um heiraten zu können.

Auch weshalb Staat und Religion jeweils getrennt sind, oder eben nicht, ist ganz verschieden. Frankreich führte die Laizität ein, nachdem die Dreyfus-Affäre das Land politisch und religiös tief gespalten hatte. In Israel dagegen ist das Judentum zentral für das staatliche Selbstverständnis, dementsprechend wird es im öffentlichen Leben privilegiert.  …….

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