Säkulare Mehrheit: Mehr Laizismus wagen

Säkulare Mehrheit: Mehr Laizismus wagen

Pegida: Mehr Laizismus wagen | ZEIT ONLINE.

Muslime wollen Gleichstellung, die christlichen Kirchen ihre Privilegien behalten. Die säkulare Mehrheit sollte jetzt für einen neuen Laizismus auf die Straße gehen. von Simon Urban

Pegida ist böse. Denn auch wenn nicht jeder neue deutsche Montagsdemonstrant ein lupenreiner Rassist ist, machen diese Menschen unverzeihliche Fehler. Sie pauschalisieren, sie vorverurteilen und sie schließen sich einer Bewegung an, in der zahlreiche Rechtsradikale und Faschisten mitlaufen. Dass man in einem Landesteil, aus dem politisch Verfolgte 28 Jahre lang geflüchtet sind, nun die Stimmung gegen Flüchtlinge anheizt, ist an schäbigem Egoismus und historischer Kurzsichtigkeit außerdem nicht zu überbieten. Und noch etwas: Harte, aber sachliche Islamkritik wird seit Pegida von linken Diskutanten noch schneller mit Fremdenfeindlichkeit gleichgesetzt. Ein fulminanter Bärendienst für den notwendigen Diskurs.

Pegida ist gut. Denn wir lernen einmal mehr, dass man in unserem Rechtsstaat auch die Äußerung des Verabscheuungswürdigen aushalten kann und muss. Erst wenn es weh tut, beweist sich die oft zitierte Meinungsfreiheit wirklich. So wie die mutigen Charlie Hebdo-Zeichner tatsächlich alles durften und dürfen, weil schon die minimalste Selbstzensur das ganze Prinzip der Satire sofort zum Einsturz brächte. Vielleicht ist Pegida aber noch viel besser, als wir es gerade ahnen. Denn vielleicht kann diese Bewegung uns ein Beispiel sein – dafür, dass die Straße nach wie vor ein vielversprechender Ort ist, wenn man Veränderungen erreichen will. Und dass Volksvertreter ab einer bestimmten Größe von Menschenansammlung plötzlich aufwachen.  ……

via Pegida: Mehr Laizismus wagen | ZEIT ONLINE.

 

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