Politkarriere eines NS-Schlächters – DRadio

Politkarriere eines NS-Schlächters – DRadio

In Polen gilt der SS-General als der „Henker von Warschau“. Doch nie musste sich Heinz Reinefarth in der jungen Bundesrepublik vor Gericht verantworten. Der Schweizer Historiker Philipp Marti sieht darin einen exemplarischen Fall für den Umgang mit der NS-Vergangenheit nach dem Krieg.

Als er 1979 auf Sylt starb, widmete ihm der größte Ort der Insel einen Nachruf: „Sein erfolgreiches Wirken für die Stadt Westerland wird unvergessen bleiben.“ Unvergessen bleibt Heinz Reinefarth aber auf jeden Fall in Polen als der „Henker von Warschau“: im August 1944 vom „Reichsführer SS“ Heinrich Himmler in die von deutschen Truppen besetzte polnische Hauptstadt entsandt, im Range eines SS-Gruppenführers und Generalmajors der Polizei. Auftrag: den Warschauer Aufstand der Polnischen Heimatarmee niederringen und die Stadt dem Erdboden gleich machen.

Heinz Reinefarth? In Deutschland fallen uns Hans Globke und Theodor Oberländer ein, wenn wir an alte Nazis denken, die in der jungen Bundesrepublik nahtlos Karriere machten: Adenauers Chef des Kanzleramts und seinen Vertriebenenminister. Heinz Reinefarth aber ist vergessen – obwohl der Generalleutnant der Waffen-SS eine bemerkenswerte Nachkriegskarriere machte: Bürgermeister von Westerland und Mitglied des schleswig-holsteinischen Landtages; als Mitglied des CDU-Koalitionspartners Gesamtdeutscher Block/Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten.  ………..

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