Wie die Demokratie großzügig ihre Totengräber alimentiert | ZEIT ONLINE

Wie die Demokratie großzügig ihre Totengräber alimentiert

Migrantenmord: NSU-Prozess: Was haben wir aus dem NSU-Schock gelernt?

Friedrich Schorlemmer

„Was ich gelernt habe? Dass die Demokratie großzügig ihre Totengräber alimentiert. Die V-Männer werden geschützt, können neonazistische Überzeugungen ausleben, bekommen dafür noch Geld. Die staatlichen Organe wollen sich mit aller Kraft gegenseitig überbieten. Dabei führen die Geheimdienste ein Eigenleben und verachten die Demokratie.  Was der
Bundestagsuntersuchungsausschuss zutage gefördert und präsentiert hat, lässt vermuten, dass der Staat nicht sensibel ist, wenn es um Rechtsextremismus geht. Und der Kampf gegen Neonazis wird durch Schein-Debatten überdeckt, politisches Klein-Klein. Erst wurden die Taten als ›Döner-Morde‹ abgetan, jetzt konzentriert sich alles darauf, ob Türken Plätze im Gerichtssaal bekommen. Zehn Jahre, zehn Morde. Ich versetze mich in einen Deutschtürken. Ich bin fassungslos.“

Schorlemmer, 68, ist Theologe.

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